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Psychosoziale Begleiterkrankungen bei Epilepsie

Die Prävalenz von Angststörungen, ADHS, Depressionen, Störungen des Sozialverhaltens etc. ist bei Kindern und Jugendlichen mit Epilepsien signifikant höher als bei der Gesamtbevölkerung.

So wird bei etwa 1/3 der Patienten des Norddeutschen Epilepsiezentrums (NEZ) eine psychosoziale Begleiterkrankung diagnostiziert. Diese Ko-Morbiditäten belasten oft den Alltag der Betroffenen und ihrer Familien. Ihre Entstehung hat unterschiedliche Ursachen, deren Differenzierung für die notwendige Behandlung sehr wichtig ist. Dabei müssen die möglichen Wechselwirkungen zwischen der Epilepsie sowie der Medikation und ihrer Nebenwirkungen untersucht, aber auch Einflüsse der Krankheitsverarbeitung sowie vorstellbare weitere Erkrankungen berücksichtigt werden.

Das NEZ entwickelte 2016 gemeinsam mit dem Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie des UKSH, Campus Kiel, ein neues Versorgungsangebot für betroffene junge Patienten, das bislang bestehende Behandlungsmöglichkeiten wirkungsvoll ergänzt und lange Wartezeiten vermeidet. Das aktuelle Behandlungskonzept umfasst eine kurze stationäre Phase mit umfangreicher Diagnostik und Verhaltensanalyse, intensiven therapeutischen Maßnahmen (Bausteine aus Epileptologie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychologie, Heilpädagogik und Pädagogik) und einem Elterntraining. Es mündet in eine mindestens 6 Monate andauernde ambulante Nachbetreuung, die die Übertragung der Behandlungseffekte in die häusliche Umgebung und deren Stabilisierung begleitet.